Kaderstellen gesucht?

Jobs von Arbeitgebern, die Frauen fördern.

Ihr Lohnrechner

Schweizer Firmen haben 177'000 Stellen offen

Derzeit suchen Firmen im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent mehr Angestellte. Zum Jobwunder führen der Frankenkurs sowie der Boom in der EU.

Der Frankenschock ist überwunden, die Exportmaschinerie läuft wieder. Das schlägt sich nun auch in der Zahl der ausgeschriebenen Stellen nieder. So registrierte das Unternehmen x28 in seinem Jobradar, den es exklusiv für 20 Minuten erstellt hat, per Ende Januar 176'980 offene Stellen. Das sind 15 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

 

«Der markante Anstieg an ausgeschriebenen Jobs lässt erkennen, dass Unternehmen dem neuen Jahr wirtschaftlich optimistisch entgegenblicken», sagt Cornel Müller, Geschäftsleitungsmitglied von x28. Die Konjunkturforschungsstelle KOF prognostiziert für das Jahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent.

 

Exportindustrie schafft prozentual die meisten neuen Jobs

 

Am meisten mehr Jobs im Vergleich zum Vorjahresmonat inserierten Firmen in der Branche Uhren und Schmuck. Die Zahl nahm um 53 Prozent zu. Danach folgen die Branchen Umwelttechnik (+28%), Elektro- und Medizinaltechnik (+22%) sowie die Metall- und Maschinenbauindustrie (+20%).

 

«Dass vor allem auch die Exportbranchen wieder mehr Fachkräfte suchen, lässt darauf schliessen, dass nicht nur die Schweiz, sondern auch die Länder, die Schweizer Produkte importieren, sich von der wirtschaftlichen Flaute erholt haben», sagt Müller. Marco Salvi, Ökonom bei der Denkfabrik Avenir Suisse, spricht gar vom «Jobwunder Schweiz» (siehe Interview).

 

Pflegefachleute können aus Tausenden Stellen wählen

 

Der Zuwachs bei den Stelleninseraten aus den Branchen Uhren oder Umwelttechnik geht aber von einem tiefen Niveau aus. Die meisten Stellen sind nämlich im Bereich Gesundheitswesen ausgeschrieben. Dort sind derzeit 6338 Stellen offen, fast 500 mehr als im Vorjahr.

 

Dasselbe zeigt sich bei der Auswertung nach Berufszweigen: Zwar legten Jobs im Bereich Informatik prozentual am meisten zu. So wurden im Vergleich diesen Januar 50 Prozent mehr IT-Sicherheitsexperten gesucht. «Die Zunahme weist deutlich darauf hin, wie wichtig Jobs im IT-Bereich werden», sagt Müller. Doch die IT-Jobs verzeichnen nur einen grossen Zuwachs, weil bisher nur einige Hundert dieser Stellen ausgeschrieben wurden, während die Pflege auch bei der Auswertung nach Berufsgruppen die Rangliste anführt.

 

Handwerker trotz Digitalisierung gesucht

 

Auch wenn die IT-Branche boomt, zeigt die Auswertung von x28 nach den konkreten ausgeschriebenen Jobprofilen weiter, dass die Schweizer Wirtschaft grösstenteils nach Handwerkern wie Elektromonteuren, Sanitären und Polymechanikern sucht. In den Top Ten der meistinserierten konkreten Jobs sind fünf von zehn handwerkliche Berufe (siehe Tabelle). Der Software-Entwickler ist hingegen der einzige Beruf aus der Informatik.

 

Vom Jobwunder profitieren können aber nicht alle gleich. Am meisten zusätzliche Stellen im Vergleich zum Vorjahr wurden in der Region Bern geschaffen: Diesen Januar sind 17830 Jobs inseriert (+7975). Danach folgt Basel-Stadt (+3835) sowie der Aargau (+1962). Weniger Jobs gab es einzig im Kanton Uri. Dort wurden 507 Stellen ausgeschrieben (-9).

 

20min.ch, Februar 2018